Montag, 22. Januar 2007 - SCHWÄBISCHE POST
 
 

RÖHLINGER SECHTANARREN / Narrenbaum wurde aufgestellt

Der Wanderpokal wandert aus


Bereits zum achten Male hat das "Wilde Heer" der Röhlinger Sechtanarren (RöSeNa) am Samstag einen Narrenbaum aufgestellt. Dennoch gab es heuer einige Änderungen im Programm: Der Festzug, mit dem der Baum durchs Dorf gekarrt wurde, startete erstmals an der Sechtahalle und führte - ebenfalls erstmals - über die Hauptstraße.

ELLWANGEN-RÖHLINGEN Das Aufstellen des Röhlinger Narrenbaums zieht von Jahr zu Jahr immer mehr Narrengruppen und Zuschauer an: Mehrere Hundert Kostümierte und Nichtkostümierte säumten am Samstag die Straßen und bevölkerten den Platz am Feuerwehrgerätehaus. Aus der Kernstadt waren eine Abordnung des FCV, die Feuerteufel und Mannen der Narrenpolizei (NaPo) sowie Tintenschlecker und Virngrundkrähen gekommen; aus dem Virngrund waren zudem die Pfahlheimer Limesnarren und Stödtlener Faschingsfreunde angereist. Auch Rudi Jährling, der Ehrenbrauchtumsrat der Württembergischen Karnevalsvereine, war da.
Der diesjährige Marsch durch das Dorf, bei dem der Narrenbaum mit einem Pferdefuhrwerk durchs Dorf gekarrt wird, war für das "Wilde Heer" etwas ganz besonderes: Zum ersten Mal startete der Zug an der Sechtahalle und zum ersten Mal zogen die Röhlinger Sechtanarren auf der Hauptstraße zum Feuerwehrgerätehaus.
Hintergrund dieser "Neuerung" ist das Narrengericht 2006: Es hatte Ortsvorsteher Gerhard Aldinger seinerzeit dazu verdonnert mit einer entsprechenden Straßensperrung den lang ersehnten Zug über die Hauptstraße zu ermöglichen. Offensichtlich rannte Aldinger - mit dem höchstrichterlichen Urteil im Handgepäck - bei der Stadtverwaltung offene Türen ein. In jedem Fall wurde konnte die Sperrung schlussendlich erfolgreich durchgesetzt werden. . .

Alles anders
Aber nicht nur in Sachen Straßensperrung gab es eine Neuerung: Josef Thomer aus Dettenroden, der den Narrenbaum seit jeher mit einem Fuhrwerk transportiert, hatte erstmals drei Rösser angespannt. Der grüne Jäger und das "Wilde Heer" eskortierten das Pferdefuhrwerk, die "Röhling Stones", die Röhlinger Guggenmusiker, marschierten erstmals - und anstelle der Stödtlener Molgebach-Gugga - als Schlusslicht mit. Ein gewohntes Bild hingegen: die "Dominos", einer Abordnung des Röhlinger Musikvereins, führte den Umzug an. Das war noch nie anders. . .
Am Feuerwehrgerätehaus angekommen, wurde der Baum dann mit verschiedenen Tafeln bestückt und mit der Wurzel nach oben aufgestellt. Auf den Tafeln sind ein Bär, der eine weiße Fahne schwenkt, ein Fußball, ein zugenageltes Fenster und ein Ziegenbock zu sehen. Maskenmeister Peter Bauer verwies auf die Tafeln, die jeweils für eine Person stehen, die am Faschingsdienstag beim Narrengericht angeklagt wird. Für die Missetäter sei die Teilnahme am Narrengericht Pflicht, erklärte Bauer.
Im Namen des Wilden Heeres bedankte er sich beim Spender des Baumes Franz Seckler sowie der Familie Thomer für das Bereitstellen des Holzfuhrwerks. Die fünfte Jahreszeit könne beginnen, befand Bauer abschließend, und lud zur Party in den Narrenstall.
Kaum aufgestellt, wurde der Baum bei der anschließenden Narrenparty, die vermutlich das letzte Mal im Narrenstall stattfand (die Sechtanarren bauen sich bekanntlich ein neues Domizil), wieder verlost. Bettina Maier aus Hüttlingen, Guggenmusikerin der "Röhling Stones", bekommt den 15 Meter langen Stamm ofenfertig vors Haus geliefert.
Das DJ-Team Franz und Ludwig sorgte im Narrenstall in bewährter Weise für Stimmung und moderierte nebenbei den Karaoke-Wettbewerb. Angie Pöhler von der NaPo versuchte das Publikum mit dem "Böhmischen Traum", dem Clubsong der Härtsfelder Musikanten, zu begeistern. Auch der herzzerreißende Hit "Hallo Klaus", den Pöhler im Duett mit dem Musiker Klaus Böhm sang, brachte die Sängerin nicht weiter: Als Angie Pöhler zum Mikro griff war der Wettbewerb bereits vorbei und der Wanderpokal vergeben.
Unter den insgesamt 22 Teilnehmern hatte Katie Qualle mit ihrer - in astreinen Englisch - gesungenen Version des Popsongs "Wake me up before you gogo" und der Zugabe "Country roads" das Rennen gemacht.
Nur allzu gerne überreichte der "Master of Desaster", Faschingsprinz Alois II., den Wanderpokal an die attraktive Siegerin.
Da Katie Qualle nicht aus Röhlingen, sondern aus Milwaukee/USA stammt, beobachtete das DJ-Team die Siegerehrung etwas skeptisch. Man befürchtet der Wanderpokal könne damit für immer in die Staaten "auswandern".

 


Der Narrenbaum wurde mit verschiedenen Tafeln
bestückt und mit der Wurzel nach oben aufgestellt.

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