Presse 2005/2006

Montag, 20. Februar 2006 - SCHWÄBISCHE POST

FASCHINGSUMZUG / Rund 20 000 säumten die Straßen

Narrenrekord unter der Kapfenburg


Nicht nur der milde Frühlingshauch war gestern eine angenehme Überraschung - auch die Zahl der Besucher freute die Bettelsack-Narra. Rund 20 000 Gäste standen den 63 Umzugsgruppen Spalier.

LAUCHHEIM Vom Eis befreit und trocken waren mittags die Straßen und Wege in Lauchheim, auf denen es in der Frühe noch eisglatt gewesen war. Das belebte die nahezu 4000 Akteure zusätzlich, die sich in 63 Gruppen zum Umzug formierten, der über zwei Stunden die fast 20 000 Besucher erfreute. So viele Menschen hatte man im Städtchen kaum gesehen, für den Karnevalsverein Lauchheim (KVL) war es der größte Besucheransturm in seiner 23-jährigen Geschichte. Die milde Februarsonne hatte ihren Teil zum Narrenrekord beigetragen und ließ Gardemädchen, Guggamusiker und manches Teufelchen erstrahlen.



Die Kocherwasser-gewohnten Wasserschnalzer
Schluddagugga machten einen Ausflug ins Jagsttal.

" Hellau, Alaaf und Heidenei", erklang es hier und da, andere bedachten das Frühlingssprießen mit drei Mal "Blüh auf" und "Narri narro" war allerorten angesagt. Dazu "Donnerbesen lass es krachen", als ein Signal für die Hexen den Winter zurückzutreiben oder einfach einen Zuschauer in ihre Fittiche zu nehmen. Wen wundert es da, dass der Schlachtruf des Veranstalters - "Bettel hier und Bettel da" - mit wachsender Begeisterung von Tribünen ertönte, wo sich Aktive des KVL für die närrische Huldigung bezaubernden Kostümträger und ausgelassenen Maschkern bedankten. Diese Demonstration von Glanz und Schimmer des Frohsinns erfreute auch Bürgermeister Werner Kowarsch, der von hoher Warte aus im Rathaus aus das Treiben beobachte. Für die Faschingshonoratioren gab es es anschließend im Rathaus einen Empfang, nach dem über zwei Stunden dauernden Faschingsumzug durch das sonnige Lauchheim.


Montag, 28. November 2005 - Ipf- und Jagst-Zeitung

Mehrzweckhalle Röhlingen

Förderverein will die neue Halle auf den Weg bringen

ELLWANGEN-RÖHLINGEN Die beiden Vereine FC Röhlingen und Röhlinger-Sechtanarren sind Bauherren der geplanten Sport- und Freizeithalle. Zur Unterstützung des großen Projekts ist jetzt ein Förderverein gegründet worden.

Die Röhlinger haben große Pläne. Sie brauchen eine Mehrzweckhalle einerseits für den Breitensport, der beim Fussballclub immer mehr Raum einnimmt, und andererseits für die Narren, die in sehr beengten und lediglich provisorisch angemieteten Verhältnissen untergebracht sind und sich verbessern wollen.
Die Baupläne wurden von den Vorsitzenden der beiden Vereine, Josef Bühler für den FC und Kurt Schlosser für die Röhlinger-Sechta-Narren, per Powerpoint Präsentation erklärt.
Die geplante Halle soll eine zweckmäßige Ergänzung zur bestehenden Sechtahalle bilden. Für jeden Verein gibt’s einen passenden Trainingsraum, kleinere Bewirtungsmöglichkeiten, eine Garage für den Narrenwagen, Unterstellmöglichkeiten und Lager für das Sport- und Narreteiequipment, sanitäre Anlagen und auch gemeinsam nutzbare Bereiche. Die Halle soll auch für private Feste und Vereinsveranstaltungen dienen. Nicht so riesig, denn mehr als 200 Leute passen nicht hinein. Der Sportraum ist teilbar, so dass auch kleinere Veranstaltungen möglich sind. Das ist für die Röhlinger wichtig, gibt es doch seit einiger Zeit kein geeignetes Lokal oder Restaurant im Hauptort, in dem Feiern ausgerichtet werden können.
Die beiden Vereine sind Bauherren und übergeben später an die Stadt. Die Kosten werden mit rund 1,6 Millionen Euro angegeben, ohne den Baugrund, der von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt. Wird. Der FC wird mit zirka 2/3 und die Narren mit 1/3 dabei sein. Sport-Fördergelder vom WLSB und Gelder vom Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) sind beantragt. Eigenkapital und Eigenleistung werden hoffentlich das aufzunehmende Darlehen reduzieren.

Röhlinger Bürger ziehen mit


Die Klärung der Finanzierung ist hauptsächlich dem Stadtkämmerer Gerhard Sänger zu verdanken. Er war mit Rat und Tat bereits im Vorfeld eifrige Hilfe, hat an der Satzung mitgearbeitet und sich eingesetzt. Auch für Ortsvorsteher Gerhard Aldinger ist es ein Lieblingsbaby geworden, das er mit Engagement voran bringt. So ist es nicht verwunderlich, dass die Bürger von Röhlingen mitziehen. Alle Anwesenden sind dem Förderverein beigetreten und das nicht nur als Einzelpersonen, sondern auch als Vertreter ihrer Vereine.
So kommen auf einen Schlag fast 70 zahlende Mitglieder zusammen und können auch gleich an die Abstimmungen gehen. Die Verabschiedung der Satzung, der Beitragssumme (zehn Euro pro Jahr) und die Wahlen gingen in offener Abstimmung, einstimmig über die Bühne.
Als Vorsitzender ist Franz Uhl gewählt worden. Zweiter Vorsitzender wurde Gerhard Aldinger, Schriftführer ist Wolfgang Schlotter und Kassiererin Ilse Bauer. Als Kassenprüfer sind Josef Rupp und Josef Mayer berufen.

Wer beitreten möchte, kann sich unter Telefon 07961/980027 an Franz Uhl wenden.



Montag, 14. November 2005 - SCHWÄBISCHE POST

RÖHLINGER SECHTA-NARREN / Faschingssaison eröffnet

Die Welt feiert in Röhlingen


Wie in allen Faschingshochburgen wurde am 11. 11. auch im Röhlinger Sechtatal die närrische Saison eröffnet.

Aus "aller Herren Länder" kamen die Narren in die Sechtahalle.


ELLWANGEN-RÖHLINGEN Auch die Röhlinger Sechtanarren haben am 11.11. pünktlich um 11.11 Uhr ihr Häs aus dem Schrank geholt, um traditionell die fünfte Jahreszeit zu eröffnen. "D'Magde", die Wirtin vom "Grünen Baum", schien ihre Verurteilung beim letzten Narrengericht vergessen zu haben und hat den hungrigen Hästrägern die beliebten Kutteln aufgetischt.
Abends feierten dann die Röhlinger Fastnachter im Narrenstall weiter. Grund zum Feiern gab es allemal: Bei dieser Gelegenheit hat das Prinzenpaar der letzten Saison sein Faschingsregiment an das Paar Hermann II und Andrea I übergeben. Somit wurde erstmals eine Prinzessin namens Andrea gekrönt, mit den beiden Fischers übernimmt aber auch zum ersten Mal in der Röhlinger Geschichte ein Prinzenpaar aus dem Teilort Killingen das Regiment an der Sechta - wenn auch nur über die närrische Zeit.
Am Samstag haben dann die Röhlinger Sechtanarren den Start in die Saison gemeinsam mit der breiten Öffentlichkeit gefeiert. Gemäß dem Motto "Gäste aus aller Welt" sind nicht nur die befreundeten Faschingsvereine aus Pfahlheim und Stödtlen in der Sechtahalle gekommen. Quasi aus allen Ländern und von allen Kontinenten hatten närrische Zeitgenossen den Weg ins Sechtatal gefunden: Gestandene Mannsbilder wie die "Miss Hungary" oder auch gertenschlanke wie die "Miss Verständnis" hatten sich in hautenge Frauenkleider gehüllt und um die Gunst einer imaginären Jury geworben. Aber auch unter dem Rock von so mancher Holländerin schauten stramme und stark behaarte Männerwaden hervor. Zumindest die "Schnappi-Krokodile" vom Nil und die Mexikanerinnen sowie die Römer waren geschlechtsspezifisch echt.
Bei der flotten Stimmungsmusik der "Candy's" prüften die Narren, ob sie noch ihre Schlachtrufe und die alten Choreographien beherrschen. Bei den Faschingshits wurde geschunkelt und mitgesungen und zwischendurch bildete sich schon mal eine Polonaise. Bei den langsameren Liedern tanzten die Heidis aus dem Alpenland bis weit nach Mitternacht mit den Don Kosaken aus dem Reich der weiten Steppen.
Im Vorfeld des Saisonstarts waren die Röhlinger Fastnachter übrigens zusammen mit der Citymanagerin Verena Kiedaisch in die Hochburg der rheinischen Karnevalisten gereist. Beim Narrengericht hatte Kiedaisch diese Fahrt angeregt. Die ortskundige Citymanagerin führte die Röhlinger durch Düsseldorf und an die längste Theke der Welt, wo sie ihnen das Düsseldorfer Alt schmackhaft machte (was nicht sonderlich schwer gewesen sein soll). In Köln wurde neben Stadt auch der Dom besichtigt.
Nach dem gelungenen und strapaziösen Auftakt wollen - wie einer der Don Kosaken feststellte - die Röhlinger Sechtanarren sich in der bevorstehenden Adventszeit auf Ruhigeres besinnen und sich über die Weihnachtstage stärken. Die Kilos, die er nach letzteren zusätzlich auf die Waage bringe, werde er über die hektische Fasnacht wieder runterschwitzen, ist sich der Kosake sicher.



Die Röhlinger-Sechta-Narren haben sich mit der Citymanagerin Verena Kiedaisch in der
Hochburg des Karnevals umgeschaut.